1950 – 1959

 

Gekennzeichnet waren die ersten Nachkriegsjahre von Not und Sorge, denn es fehlte an allem. So hatte die Beschaffung von lebensnotwendigen Dingen oder von Arbeitsplätzen absolute Priorität. Darum waren die Verantwortlichen des Vereins in erster Linie damit beschäftigt, Möglichkeiten und Wege zu finden, um den Verein und Spielbetrieb zu organisieren und damit aufrecht zu erhalten. So wurden zum Beispiel damals von den Spielerfrauen aus Mehlsäcken Fußballstutzen gefertigt.

1950s

Ungeachtet dieser Schwierigkeiten entwickelte sich der Fußballsport weiter. Die I. Mannschaft spielte 1949/50 in der Bezirksliga Baden-Baden und belegte vor dem letzten Spiel den 2. Tabellenplatz. Um die Durmersheimer vom 1. Tabellenplatz zu verdrängen, musste man mit mindestens 33 Toren Unterschied das letzte Spiel gewinnen. So kam es am 18. Mai 1950 zum legendären Spiel gegen den SV Elchesheim, das mit sage und schreibe 47:0 Toren gewonnen wurde. Dieses Ergebnis sorgte damals nicht nur bei uns, sondern im ganzen Land für Schlagzeilen. Genützt hat es allerdings nichts, denn das Spiel wurde annulliert, Ötigheim wurde der Titel aberkannt und Durmersheim zum Meister erklärt.

Nicht so spektakulär ging es in der nächsten Saison zu, wo man in der neu geschaffenen II. Amateurliga spielte. Kurios war es doch, da man wegen andauernder schlechter Beteiligung am Training für die neue Saison keinen Trainer verpflichtete und dennoch den 5. Tabellenplatz erreichte.
In diese Zeit fiel auch die Auflösung des „Sportverein Ötigheim“, so dass die Fußballer ab dem 7. Dezember 1950 wieder unter dem Namen „Fußballverein Ötigheim“ antraten. Nach diesem Wiederbeginn nahmen 2 Seniorenmannschaften und 2 Jugendmannschaften (A- und B-Jugend) am Spielbetrieb teil.
Während die I. Mannschaft in der Saison 1951/52 es schaffte, gleich zwei Platzsperren (am 7.12.51 gegen Bühl und am 27.1.52 gegen Oberkirch) hintereinander ohne Niederlage zu bestehen, sorgte die A-Jugend für den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Nach der Staffel- und Bezirksmeisterschaft konnte gegen den FC Freiburg mit 5:1 die Südbadische Meisterschaft errungen werden. Zusammen mit Vertretern aus Hessen (Kickers Offenbach), Württemberg (Ulm 46) und Nordbaden (1.FC Pforzheim) spielte man in Friedrichshafen um die Südbadische Meisterschaft. In der Besetzung: Anton Speck, Paul Weßbecher, Manfred Kühn, Walter Oberle, Paul Kohm, Ewald Kühn, Georg Speck, Josef Nold, Siegbert Diemand, Adolf Kölmel und Anton Krebs, mit ihrem Trainer Otto Kühn und Betreuer Anton Kohm, wurde zwar kein Sieg errungen, doch die Farben des FVÖ wurden bei dem hochkarätigen Teilnehmerfeld würdig vertreten,
Die I. Mannschaft konnte sich in den folgenden Jahren mit wechselnden Erfolgen in der II. Amateurliga behaupten. Waren es in den Jahren 1951/52, 1952/53 und 1954/55 die Tabellenplätze 5, 6 und 4, so entrann man in den Jahren 1953/54, 1956/57 und 1957/58 nur knapp dem Abstieg, ehe man 1958/59, zum 40-jährigen Jubiläum also, den bitteren Weg in die A-Klasse antreten musste.
In dieser  Zeit, nämlich 1957, begann die Karriere von Heinz Nold, der damals noch als Jugendlicher in der I. Mannschaft spielte und in seiner späteren Fußballerlaufbahn zum Idol der Ötigheimer Fußballjugend wurde.

Mit dem „Wirtschaftswunder“ entwickelte sich auch der FV Ötigheim weiter. Hatte man 1952/53 noch 166 Mitglieder, so wuchs diese Zahl stetig. Auch wurde die Satzung 1954 von dem damaligen Schriftführer Stefan Becker neu erarbeitet und in das Vereinsregister eingetragen. Nicht zuletzt wurde auch 1954 unter dem damaligen Vorsitzenden Urban Lusch, nach langen Sitzungen und Verhandlungen, der Beschluss zum Bau eines Clubhauses gefasst und im Februar 1955 in die Tat umgesetzt