Gründungsjahre 1919 – 1929

 

Öffentlich fand am 28. August 1919 im Gasthaus „Zur Krone“ in Ötigheim die Gründungsversammlung des Fußballvereins statt. Dabei trugen sich 78 junge Männer als Mitglieder ein.
Bald nach der Gründung schloss man sich dem Badischen Fußballverband an und bereits im Herbst begannen in der C-Klasse die Verbandsspiele. Der Anfang war sehr schwer, da der Verein über keinerlei Kapital verfügte. Deshalb mussten damals die Mitglieder und Spieler, aber allen voran der unvergessliche Gründungsvorstand Otto Kühn, oft tief in die eigene Tasche greifen. Doch schon bevor der FVÖ gegründet wurde, gab es einige Fußballspieler in Ötigheim. Sie kamen teilweise aus den Reihen der Turngemeinde Germania oder aus dem katholischen Jugendverein (DJK). Als Sportplatz benutzte die DJK den Gemeindeplatz vor dem jetzigen Rathaus. Man spielte damals in den üblichen Sechser- oder Siebenermannschaften.

1929
Der FVÖ hatte keinen eigenen Sportplatz. Man war gezwungen, die Torstangen auf die Schultern zu nehmen und bei sonnigem Wetter die Heimspiele auf einer geeigneten Wiese auszuführen. Dies sogar noch bei Protesten der betreffenden Wiesenbesitzer oder Klagen derselben auf dem Rathaus. Selbst Ersatzleistungen für entgangene Heuernte blieben somit nicht aus. Alle Bemühungen der Vorstandschaft bei der Gemeindeverwaltung wegen der Schaffung eines Sportplatzes, blieben lange Zeit ohne Erfolg, da die Mehrheit des Gemeinderates die Dringlichkeit eines Sportplatzes nicht einsah. Erst eine persönliche Vorsprache bei der damaligen Badischen Landesregierung in Karlsruhe konnte die Gemeindeverwaltung zur Hergabe der damaligen „Sauweide“ am Brüchelwald für einen Sportplatz bewegen. Unter dem Einsatz einer großen Mitgliederschar und der Spieler wurde mit der damaligen Baufirma Anton Weßbecher aus Ötigheim der Sportplatz am Brüchelwald begonnen und am 6. Juni 1921 seiner Bestimmung übergeben.

Im 24. November 1921 kam dann der Zusammenschluss zwischen dem FV 1919 Ötigheim und den Fußballern des katholischen Jugendvereins zustande. Dieser Zusammenschluss brachte einen spielerischen Auftrieb. Seit diesem Zeitpunkt konnten vier aktive Mannschaften im Verein verzeichnet werden.

Auch in den Mitgliederzahlen setzte sich der Aufwärtstrend fort. Im Jahre 1921 verdoppelten sich die Mitglieder auf 310 gegenüber dem Vorjahr mit 155 Mitgliedern.
Dieser Trend setzte dich auch im sportlichen Bereich fort. Bereits nach dem ersten Jahr stieg man in die B-Klasse auf und 1923 spielte der FV Ötigheim in der A-Klasse. Das herausragende sportliche Ereignis war in dieser Epoche die Gaumeisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Kreisliga in der Saison 1928/29. In einem Entscheidungsspiel gegen den VFB Bühl, als Meister des Schwarzwaldgaues, wurde die Mannschaft A-Meister des Kreises Südbaden. Besonderes Gewicht bekommt diese Meisterschaft durch die Tatsache, dass in diesem Jahr kein Trainer verpflichtet war.

Auch der Jugendbereich war erfolgreich. 1927/28 erhielt man mit einer eigenen Jugendmannschaft beim Jugendtag in Mörsch den Jugendwimpel des DFB für die Meisterschaft im Bezirk.

Diese vereinspolitische Epoche war eingebettet in eine Zeit, in der Arbeitslosigkeit, Versorgungsmangel und Kaufkraftverlust herrschte. Im November 1923 kostete 1kg Brot 400 Millionen Mark. Erst mit der Währungsreform Mitte November 1923 begann der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands, der jedoch mit der Weltwirtschaftskrise 1929 endete.